Die Feuerwehr Undorf stellt sich neu auf. Bei der Jahresversammlung am Dreikönigstag wählten die Mitglieder Michael Bleicher zum neuen ersten Kommandanten und Norman Marsch zu seinem Stellvertreter. Michael Seebauer bleibt als stellvertretender Kommandant im Amt. Neuer stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist Matthias Gottschalk, neuer Kassier Stefan Füssl und neue Schriftführerin ist Julia Meier.

Vorstand Udo Rappl, der neue Kommandant Michael Bleicher und Bürgermeister Helmut Sammüller dankten den ausgeschiedenen Funktionsträgern Thomas Zeiler (erster Kommandant), Michael Rasp (dritter Kommandant), Patrick Edenharter (Jugendwart), Daniela Zeiler (stellvertretende Vorsitzende), Andreas Engl (Kassier), Gilbert Ertl (Schriftführer) und Roland Ettinger für ihr Engagement und ihren Einsatz während der vergangenen Jahre.

Ein bewegtes Jahr

Die Neuwahlen waren zentraler Punkt der Jahresversammlung. Aber hinter dem Verein der FF Undorf liegt auch ein bewegtes Jahr. Nicht zuletzt, weil es im Sommer zusammen mit der Fahrzeugeinweihung des lange erwarteten TLF3000ST (Tanklöschfahrzeug) mit dem 140-Jährigen ein kleines Jubiläum zu feiern gab. Vorstand Udo Rappl gab einen kurzen Abriss der Geschichte seit dem zweiten Weltkrieg. Fahrzeuge, Immobilien, Fahnenweihen – „Was man in diesem Rückblick nicht hören konnte, waren die Mitglieder. Viele Lehrgänge, Abzeichen, Ausbildungen, Arbeiten am Gerät und Gerätehaus und natürlich unzählige Einsätze wurden von Menschen mit Herz und Idealismus geleistet. Viele haben über Jahrzehnte diesen Verein hochgehalten und stetig verbessert“, sagte Rappl.

Und die Feuerwehrfamilie in Undorf wächst stetig. Im vergangenen Jahr waren vier Mitglieder verstorben und drei ausgetreten. Diesen sieben stehen 31 Neuaufnahmen gegenüber, so dass die FF Undorf mit 568 Mitgliedern erneut ein Allzeithoch verzeichnet hat. „Jugendliche und Kinder haben die Möglichkeit sich im Dorf zu integrieren. Neubürger werden herzlich ins Vereinsleben aufgenommen.“ Das sei eine Entwicklung, die ihn als Vorstand freue und auch stolz mache.

Viele Veranstaltungen

Auch so war der Vereinskalender der FF Undorf 2023 voll. Nach der Jahresversammlung am Dreikönigstag gab es unter anderem den hauseigenen Faschingsball, die Feste der FF Viehhausen und Schönhofen zu deren 150-Jährigen, das 50-Jährige des THW Laaber und die Teilnahme an diversen Dorfmeisterschaften. Im September kamen die Mitglieder der FF Pollenried mit einem besonderen Anliegen nach Undorf: Sie baten die Kameraden und Kameradinnen die Patenschaft für ihr Gründungsfest 2024 zu übernehmen. Pollenried feiert in diesem Jahr sein 75-Jähriges. Nachdem die Männer und Frauen der Nachbarwehr ein paar Prüfungsaufgaben erfolgreich absolviert hatten, „sagten wir unter großen Applaus gerne der Patenschaft zu. Im Anschluss, gab es im Feuerwehrgarten Musik, Brotzeit und Bier so wie ein Lagerfeuer im mitgebrachten Geschenk.“ Die Pollenrieder hatten einen Feuerkorb mit dem Wappen der beiden Feuerwehren im Gepäck.

„Heute sind 102 Personen bei unserer Jahresversammlung anwesend, mehr als in den vergangenen Jahren. Auch das zeigt mir, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.“

Rückblick auf 6 Jahre

Kommandant Thomas Zeiler nutzte die Gelegenheit nicht nur auf das vergangene Jahr zurück zu schauen, sondern auch um einen Abriss der sechsjährigen Amtszeit der Kommandanten zu geben. „Mit den neuen Fahrzeugen, dem modernen Stand persönlicher Schutzausrüstung für alle Aktiven und der Vielzahl von Ausrüstung sind wir technisch sehr gut ausgerüstet. Um in unserem Schutzbereich vor allem auf der Autobahn optimal Hilfe leisten zu können“, sagte Zeiler. Mit 64 Aktiven – davon 13 Frauen – wurden die 76 Einsätze im Jahr 2023 bewältigt. In 76 Prozent der Einsatzfälle handelte es sich um technische Hilfeleistungen.

Bemerkenswert sei, auf welchem Niveau sich die Einsatzschlagkraft der FF Undorf befinde. Im Schnitt waren 18,1 Kräfte je alarmierten Einsatz am Gerätehaus zur Verfügung. „Die FF Undorf konnte in allen Einsätzen mit der geforderten Mindestmannschaftsstärke ausrücken. In über 61 Prozent der Einsätze waren mehr Einsatzkräfte verfügbar, als in den beiden Fahrzeugen mit 15 Sitzplätzen mitfahren können“, sagte Zeiler.

Damit jeder Handgriff im Einsatz sitzt, trainieren die Aktiven der Feuerwehr. Zu den 89 internen Übungen kamen noch 13 externe Lehrgänge. Neun Feuerwehrleute absolvierten die Grundausbildung und 27 Aktive legten die Leistungsprüfung THL ab. Wie in den vergangenen Jahren investierte die FF Undorf viel Zeit und Geld in Erhalt und Modernisierung des Gerätehauses. „Der Markt Nittendorf unterstützt die FF Undorf großzügig bei der Unterhaltung der Fahrzeuge und Gerätschaften. Dafür bedanken wir uns besonders.“

Berichte aus den Abteilungen

Atemschutzbeauftragter Rainer Taubmann konnte in diesem Jahr zwei Neuzugänge begrüßen – und damit auch das erste Ehepaar: Nina und Christoph Kasowski. Damit blieb die Zahl der Atemschutzträger stabil bei 26. Insgesamt absolvierten die Männer und inzwischen zwei Frauen rund 335 Übungsstunden. Und es gab auch neun Einsätze. Darunter viermal nur mit Bereitstellung und fünf echte Atemschutz-Einsätze: PKW-Brand, LKW-Brand, Brand einer Waschmaschine, Brand einer Heizung sowie Gasgeruch. Im Durchschnitt waren von 18,1 Aktiven pro Einsatz 10,7 Atemschutzgeräteträger anwesend.

„2023 nahmen 16 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren aktiv an den Übungen teil“, sagte der scheidende Jugendwart Patrick Edenharter. Es konnten sechs Jugendliche gewonnen werden, fünf sind aus der KiFU (Kinderfeuerwehr Undorf) gekommen. Zusätzlich wurden zwei Jugendliche 18 Jahre und sind zur aktiven Wehr übergetreten.

Auch die Leiterin der Kinderfeuerwehr, Agnes Rappl, konnte neben den monatlichen Treffen mit den Kindern in zwei Gruppen mit positiven Zahlen aufwarten. Der Mitgliederstand im Dezember 2021 lag noch bei 37 Kindern. Im Jahr darauf waren es schon 47 Kinder und der Mitgliederstand im Dezember 2023 lag bei 49 Kindern. „Da wir mit der Kinderfeuerwehr Pollenried gemeinsam die Kinderfeuerwehr planen und ausüben, liegt die gesamte Kinderstärke bei 56 Kindern! Dadurch sind wir in Gemeinschaft eine der größten, wenn nicht die größte Kinderfeuerwehr im Landkreis Regensburg“, sagte Rappl.

„Einwandfreie Führung der Bücher“

Kassenprüfer Georg Füssl und Erich Hollnberger attestierten anschließend dem Kassier Andreas Engl nach dessen Bericht eine „einwandfreie Führung der Bücher“ und empfahlen der Versammlung die Entlastung der Vorstandschaft. Diese wurde einstimmig erteilt.

Georg Füssl war nur zwei Jahre Kassenprüfer – wegen der coronabedingt außerturnusmäßigen Jahresversammlung 2022. Weil sein Sohn Stefan nun Kassier ist, stellte er sein Amt zur Verfügung. Für ihn übernimmt Daniela Zeiler. Markus Zierer beerbt Erich Hollnberger. Der hatte mit Peter Zirngibl – ausgeschieden 2022 – den Kassenwarten zuverlässig in die Bücher geschaut. Vorstand Udo Rappl nutzte die Gelegenheit sie gebührend zu verabschieden und überreichte ein Geschenk.

Antrittsrede Michael Bleicher

Michael Bleicher bedankte sich nach seiner Wahl zum Kommandanten auch im Namen von Norman Marsch und Michael Seebauer bei allen Aktiven für das Vertrauen. „Wir haben gesehen, wie sich die Feuerwehr in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat und vor allem für Norman und mich war das eine reifliche Überlegung, ob wir bereit sind, dieses große Amt richtig ausfüllen zu können.“ Den Ausschlag habe letztlich gegeben, was die bisherigen Kommandanten geleistet haben, wie sie die Feuerwehr vorangebracht, perfektioniert und strukturiert haben und wie sie diese Führungsmannschaft aufgebaut haben. „Das sorgte dafür, dass wir uns das jetzt zutrauen.“

Bleicher berief Rainer Taubmann erneut zum Atemschutzbeauftragten, Christoph Kasowski ist der neue Gerätewart, sein Stellvertreter ist Sebastian Loy und Gilbert Ertl übernimmt den Posten als Jugendwart.

Bürgermeister Helmut Sammüller dankt der FF Undorf

Bürgermeister Helmut Sammüller dankte den scheidenden Mitgliedern für ihre geleistete Arbeit und wünschte dem neuen Team viel Glück und ein sicheres Händchen bei ihren Entscheidungen. „Ihr habt wieder unendliche Stunden eurer Freizeit ehrenamtlich geopfert – dafür gebührt euch unser aller Dank.“ Es sei für einen Bürgermeister beruhigend zu hören, was alles im Hintergrund einer Wehr gemacht werde und, dass sich für alle Posten Nachfolger gefunden hätten. Die Marktgemeinde Nittendorf versuche stets, die Feuerwehren zu unterstützen und sie mit dem entsprechenden Equipment auszustatten. Im Haushalt sei dafür ein hoher Betrag vorgesehen – „aber selbst das reicht manchmal nicht aus, wenn man zum Beispiel ein neues Auto bezahlen muss und die Förderung nicht so überwältigend ist“. Der erste Opel Blitz der FF Undorf hat 1968 noch rund 26.000 D-Mark gekostet. Das 2023 eingeweihte TLF3000ST hatte einen Anschaffungspreis von knapp 500.000 Euro.

Der Blick geht in die Zukunft. „Wir haben vom Markt aus einen Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben“, sagte Sammüller. Die Studie soll – so die Hoffnung Sammüllers – wichtige Hinweise geben, wo es in Nittendorf und seinen sieben Feuerwehren noch Verbesserungspotenzial gibt und wo die Wehren zusammen mit dem Marktrat noch besser zusammenarbeiten können. „Das sind dann Empfehlungen. Aber wenn wir als Kommune weiter wachsen und wenn die Aufgabenlast weiter zunimmt – und es werden immer mehr Aufgaben auf die Feuerwehren abgeladen – dann müssen wir reagieren.“

Es freue ihn, dass die FF Undorf so ein lebendiges Vereinsleben praktiziere und so gut im Ort verwurzelt sei. „Es ist auch sehr wichtig im gesellschaftlichen Leben die Feuerwehr zu haben. Ich wünsche mir, dass das so weiter geht und ich wünsche euch im kommenden Jahr alles Gute.“

 

Ehrungen langjährige Mitgliedschaft:
25 Jahre: Stefan Dirigl, Katja Lachmeier; Johannes Gottschalk. 40 Jahre: Johann Silberhorn, Andreas Kaufmann, Georg Wild, Markus Rappl, Michael Langbein, Werner Kraus; Gerhard Eckstein, Udo Hollnberger, Hans Peter Forchhammer, Michael Söllner, Karin Trettenbach, Konrad Schmid, Hans Meier, Johann Vehe, Thomas Stahl.